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August 2026

KI-Strategie: Warum die schöne Fahrplan-Welt der Neunziger bei KI nicht mehr funktioniert — und was an ihre Stelle tritt.
26. August 2026 durch
Alex Schwerzmann

Geschätzte Überlebende der nächsten PowerPoint-Präsentation

Im Moment hörst du von allen Seiten, dass dein KMU nun dringend eine KI-Strategie braucht. 

«KI-Transformationsstrategie 2026–2030» heissen die Angebote, «Poste Claude für den Wahnsinns-Prompt deines Lebens» die Social-Media-Aktionen dazu, die Workshops wappnen sich mit vierundsiebzig Folien, sechs Swimlane-Diagrammen und einem ordentlichen Budget (ich habe von Stundensätzen um CHF 500 gehört...). Du fragst dich: «Brauchen wir das wirklich?»

Meiner Meinung nach: Nein. Zumindest in den meisten Fällen nicht so.

Was du brauchst — und was die meisten Schweizer KMU brauchen — ist kein umfassendes Strategiepapier. Du profitierst von denselben Werkzeugen und Ideen wie der Konzern, nur gehören sie dir, und du zahlst niemanden dafür, sie zu verwalten. Es ist am Ende eine Idee, wie zu beginnen ist. Und die kommt nicht aus Folien, sondern aus ein paar Fragen, die man sich selbst stellen kann. Aber sie mündet eben auch in einer unbequemen Einsicht, auf die ich weiter unten noch zu sprechen komme: Bei KI gibt es keinen Stichtag, an dem man «fertig» ist.

Was eine KI-Strategie ist — und was sie nicht ist

Die Grossunternehmen haben KI-Direktoren, Ethics Boards und Pilotprogramme mit Codenames. Das ist ihre Welt. Für ein KMU mit fünf bis fünfzig Mitarbeitenden ist «KI-Strategie» ein zu schweres Wort für etwas, das im Kern ziemlich schlicht ist: 

Wo kann ich meine Leute und mich entlasten, ohne dass es teuer, riskant oder unverständlich wird?


Das Problem ist nicht, dass KMU zu wenig machen. Das Problem ist oft, dass sie entweder gar nicht anfangen — weil die Strategie fehle, heisst es — oder dass sie losrennen, ohne zu wissen, wohin. Beides ist falsch. Und beides ist vermeidbar.

In der Praxis zeigt sich, dass die besten KI-Anwendungen in kleineren Betrieben nicht in Strategieworkshops entstehen. Sie entstehen, wenn jemand sagt: «Ich tippe jeden Montag dieselben zwanzig Zeilen in drei verschiedene Systeme - das muss doch einfacher gehen.» Oder: «Wir schreiben jedes Angebot fast von Grund auf neu, obwohl achtzig Prozent immer gleich sind.» 

Das sind keine strategischen Fragen. Das sind Frustrationspunkte. Und genau da fängt sinnvolle KI-Nutzung an.

Drei Fragen umreissen deine «KI-Strategie» beispielhaft

Ich empfehle meinen Kunden, bevor wir auch nur ein Tool anschauen, drei Fragen zu beantworten.

  1. Was kostet euch heute die meiste Zeit, ohne echten Mehrwert zu schaffen?  Welche Frage führt zu grossem Frust bei Angestellten? Nicht theoretisch, sondern ganz konkret — welche Aufgabe macht jemand bei euch täglich, die mechanisch, repetitiv und irgendwie doppelt ist? Diese Frage zu beantworten braucht manchmal einige Wochen Beobachtung — und lohnt sich.
  2. Welche Daten sind in einem Zustand, mit dem man arbeiten kann? KI braucht am besten strukturiertes Futter. Unsortierte PDFs, Notizbuch-Kundendaten, Prozesswissen nur in Köpfen — das ist kein primärer Ausgangspunkt für KI, das ist zuerst ein Aufräumprojekt. Wer diesen Schritt überspringt, kauft sich teure Probleme.
  3. Wer im Betrieb hat Lust, etwas auszuprobieren? Diese Person gibt es in fast jedem Unternehmen. Nicht unbedingt die Jüngste oder der Technikaffinste. Oft jemand, der einfach neugierig ist und keine Angst hat, einen Fehler zu machen. Diese Person ist dein Testkandidat — und sollte als Erste mit einem neuen Tool arbeiten dürfen, bevor man es dem Rest zumutet.

Wer diese drei Antworten hat, weiss wahrscheinlich mehr als die meisten Betriebe, die gerade ihren ersten KI-Anbieter unter Vertrag nehmen.

Was du zuvor noch klären musst

Ein unliebsamer Punkt für die meisten, den ich dennoch nicht überspringen will, auch wenn er sperrig klingt: Datenschutz.

Das DSG ist seit September 2023 in Kraft. Die DSGVO gilt für alle, die EU-Kundendaten verarbeiten. KI-Tools, ob Microsoft Copilot, ChatGPT, Claude oder irgendetwas mit «AI» im Namen, verarbeiten Daten. 

Die Frage ist dabei nicht ob, sondern wo und wie: 

  • Was geht wohin?
  • Wer sieht was?
  • Was passiert mit Kundendaten, die jemand versehentlich in einen öffentlichen Prompt tippt?

Die Antwort darauf muss kein Reglement sein. Sie passt in eine Ampellogik mit drei Klassen und ist damit kurz genug, dass sie jemand nach dem zweiten Lesen im Kopf hat:

KlasseBeispieleRegel
Grün: unbedenklich Allgemeine Fachfragen, öffentliche Informationen, anonymisierte Sachverhalte, eigene Marketingtexte. Jedes freigegebene System, ohne Rückfrage.
Gelb: geschäftlich vertraulich Kundennamen, Angebotsentwürfe, interne Auswertungen, technische Konfigurationen, Vertragsentwürfe. Nur in Systemen mit vertraglich geregelter Auftragsverarbeitung und geklärtem Verarbeitungsort. Für viele Betriebe heisst das in der Praxis: im eigenen Mandanten.
Rot: besonders schützenswert Gesundheitsdaten, Angaben zu Strafverfahren, biometrische Daten, Zugangsdaten, Schlüsselmaterial, Daten unter Berufsgeheimnis. Nicht in KI-Systeme, die nicht dir gehören. Ohne Ausnahme, auch nicht ausschnittweise, auch nicht «nur zum Testen».

Achtung bei Berufsgeheimnis Art. 321 StGB: rechtliche Prüfung nötig, ob KI überhaupt zulässig ist.
Tabelle 1: Drei Datenklassen. Die Ampel ersetzt kein Datenschutzkonzept — sie macht es im Arbeitsalltag anwendbar.

Das ist keine Schikane. Das ist Grundhygiene. Und ich erlebe regelmässig, dass Mitarbeitende KI-Tools produktiv und kreativ einsetzen — bevor die IT-Verantwortlichen auch nur wissen, dass diese Tools existieren. Das ist menschlich und verständlich. Aber es ist der eigentliche strategische Blindfleck, den man schliessen sollte, bevor man weiter skaliert (und übrigens bietet das Proteko-Paket Abhilfe, indem KI-Nutzung im Betrieb aufgedeckt werden kann...).

Was beim Menschen bleibt

Obenstehende Ampel regelt, was in ein System hinein darf. Über das, was aus der Nutzung eines Systems resultiert, sagt sie nichts — und das ist die zweite, die eigentlich unbequeme Grenze. Sie ist für dich und deine Mitarbeitenden die vielleicht sogar wichtigere Übersicht.

Bevor du irgendetwas an die KI delegierst, automatisierst oder implementierst, bestimme deshalb die Verbotszone. Das ist kein moralisches Beiwerk, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Nutzung von künstlicher Intelligenz ohne emotionale Achterbahnen gelingen kann.

GrenzlinieWas gemeint istTypische Beispiele
Der erste und der letzte Kontakt Der Moment, in dem eine Beziehung entsteht, und der Moment, in dem sie sich bewährt. Beides sind Beziehungsmomente, keine Informationsvorgänge. Erstgespräch mit Interessenten, Telefon, Abnahme eines Projekts, Dank nach Abschluss
Schlechte Nachrichten und Konflikte Alles, was für das Gegenüber unangenehm ist. Hier wird nicht Information übermittelt, sondern Haltung gezeigt. Störungsmeldung mit Datenverlust, Preiserhöhung, Absage, Reklamation, Kündigung
Zusagen und Verpflichtungen Jede Aussage, die das Unternehmen bindet. Haften kann nur, wer belangt werden kann. Ein Werkzeug kann das nicht. Also darf nur ein Mensch zusagen. Verbindliche Preise, Termine, Vertragsklauseln, Garantie- und Haftungsaussagen
Urteil unter Unsicherheit Entscheidungen, für die die Datenlage grundsätzlich nicht ausreicht und die deshalb Wertung erfordern. Strategie, Personal, Partnerwahl, Investitionen, Umgang mit Ausnahmen
Tabelle 2: Die Verbotszone. Nicht was die Maschine nicht kann — sondern was sie nicht darf.

Die Liste ist kurz, alles andere darfst du guten Gewissens nach eigenem Ermessen ausprobieren.

Die unendliche Geschichte: Bei KI gibt es keinen «Projektabschluss»

Bis hierhin klingt das nach: einmal aufräumen, einmal Regeln klären, einmal loslegen und: fertig. Genau das ist der Denkfehler, und er stammt aus einer anderen Zeit.

In den Neunzigern hatte alles einen Fahrplan. Man führte eine neue Buchhaltungssoftware ein wie einen Hausbau: 
Pflichtenheft → Kickoff → Meilensteine → Abnahme → Projektabschluss → Apéro.

Das funktionierte, weil man vorher wusste, was am Ende herauskommen sollte. Eine Buchhaltung ist eine Buchhaltung.

Bei KI weisst du das nicht. Niemand weiss es. Die Technik ist zu neu, zu beweglich, und was sie deinem Betrieb bringt, findest du nur heraus, indem du es ausprobierst. Wer KI einführt wie eine Buchhaltungssoftware, kauft sich die Kosten der Einführung ein — aber nicht den Nutzen.

Du planst also nicht den Weg zum Ziel — du planst die Versuche. Drei, vier kleine, jeder so klein, dass ein Fehlschlag nicht weh tut. Und ja: Die Hälfte wirfst du weg (dass wir die Weggeworfenen übersehen, hat Rolf Dobelli als Survivorship Bias populär gemacht). Das ist der Preis, nicht der Fehler. Ich nenne diese Phase: «Chaos-Phase mit Leitplanken».

Für die Ordnung im Fadezaindli: «Chaos» heisst hier nicht Kontrollverlust. Die Forschung, die diese Haltung stützt (siehe Quellen), weist sehr klar in die folgende Richtung: Erkundung braucht Grenzen, Budget und jemanden, der den Überblick behält — sonst verpufft sie. Und das Bewährte muss weiterlaufen, während du am Rand experimentierst. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Vom Fahrplan zum Anlauf 90er-FAHRPLAN Analyse Roadmap Rollout Abschluss ✓ KI kennt kein «fertig» DIE NEUE WELT: BEGLEITETE ERKUNDUNG GRENZE · Datenschutz · Geschäftsgeheimnisse (gelten immer) GRENZE · Datenschutz · Geschäftsgeheimnisse (gelten immer) Erkunden sondieren Erproben kleiner Test Einbetten verankern Evaluieren messen kein Ende — Daueranlauf skaliert ~ läuft noch gestoppt & gelernt Treibstoff: Vertrauen + Budget + Raum Vertrauen Budget Raum Steuerung: das Konsortium priorisiert & weist Mittel zu · quartalsweise
Grafik 1: Der alte Fahrplan endet in einer Sackgasse — KI kennt kein «fertig». An seine Stelle tritt ein begleitetes Vorgehen zwischen klaren Grenzen, die nicht überschritten werden.

Benötigte Mittel

Eine Chaos-Phase ohne Rahmen ist einfach nur Chaos. Damit Erkundung produktiv wird statt teuer, braucht es vier (fast) kostenlose Dinge.

1 · Vertrauen — mit klaren roten Linien

Deine Leute probieren KI längst aus, ob du es erlaubst oder nicht. Statt das zu verbieten, gib ihnen Vertrauen — und dazu wenige, glasklar kommunizierte rote Linien, die immer gelten: bspw. keine Kundendaten in öffentliche Tools, keine Geschäftsgeheimnisse in fremde Systeme, im Zweifel fragen. Innerhalb dieser Linien ist alles erlaubt. Das ist kein Kontrollverzicht — das ist der Rahmen, in dem Ausprobieren überhaupt sicher wird.

2 · Risiko-Akzeptanz — mit einem echten Budget

Erkundung, die nichts kosten darf, findet nicht statt (oder führt zu teuren Überraschungen). Sprich vorher aus, dass ein Teil der Versuche scheitern wird — und leg einen kleinen, festen Betrag dafür beiseite, so wie du Geld für Weiterbildung oder Werkzeug beiseitelegst. Ein Fehlschlag mit Budget ist eine bezahlte Lektion. Ein Fehlschlag ohne Budget ist ein Drama.

3 · Raum — Zeit und Erlaubnis zum Ausprobieren

Neugier braucht Luft. Wer siebzig Stunden im Tagesgeschäft steckt, erkundet nichts. Gib deiner neugierigen Person ausdrücklich Zeit dafür — ein paar Stunden pro Woche, offiziell, nicht heimlich in der Mittagspause. Und sorge dafür, dass ein misslungener Versuch keine Blamage ist, sondern ein Ergebnis. Teams, in denen man Fehler zugeben darf, lernen nachweislich schneller.

4 · Ein Konsortium, das das Portfolio steuert

Damit aus vielen kleinen Versuchen kein Wildwuchs wird, braucht es eine kleine Runde. Ein paar Leute, die den Überblick behalten: Welche Versuche laufen? Was hat sich bewährt und gehört ausgebaut? Was frisst nur Zeit und wird gestoppt? Wohin fliesst das Budget als Nächstes? Dieses Konsortium plant nicht, es steuert — quartalsweise, anhand dessen, was tatsächlich funktioniert hat. Wie das aussieht, zeigt die nächste Grafik.

Und für all diejenigen, für die Konsortium mit Quadrantendiagramm zu unpassend tönt: die Znüni-Tisch-Runde liefert oft genauso klare Erkenntnisse - einfach ohne den administrativen Wasserkopf.

Das Portfolio des Konsortiums Jede Blase ist ein KI-Versuch. Grösse = zugewiesenes Budget. Quartalsweise neu sortieren. QUICK WINS → skalieren WETTEN → begrenzt fördern NEBENPROJEKTE → parken ZEITFRESSER → stoppen & lernen Aufwand & Unsicherheit → Erwartete Wirkung → gering hoch Angebots- textbausteine E-Mail- Zusammenfassung Foto-Aufmass auf der Baustelle Wissens-Suche im Archiv Social-Media- Bilder Voll-Chatbot im Kundenservice Das Konsortium fragt jedes Quartal: Was wandert nach oben links (ausbauen)? Was fällt nach unten rechts (beenden)? So wird aus «wir probieren mal» eine gesteuerte Erkundung — mit klarer Mittel­zuteilung statt Bauchgefühl.
Grafik 2: Das Portfolio macht Erkundung steuerbar. Nicht jeder Versuch überlebt — und das ist Absicht. Priorisiert wird nach Wirkung und Aufwand, nicht nach Lautstärke.

Ein augenzwinkerndes Wort zur Konkurrenz

Während dir andere gerade eine «KI-Transformationsstrategie» verkaufen — x Folien, 90-Tage-Quick-Win-Plan, 12-Monats-Roadmap, alles im hübschen Pauschalpaket —, wage ich die Häresie: Die Roadmap, die du kaufst, ist am Tag der Unterschrift schon veraltet. Nicht, weil die Kolleginnen und Kollegen schlecht arbeiten — viele sind richtig gut. Sondern weil ein Fahrplan das falsche Werkzeug für eine Landschaft ist, die sich noch bewegt.

Ein Pauschalpaket verkauft dir Planbarkeit, wo es noch keine gibt. Ich unterstütze dich lieber bei der Fähigkeit, mit der Unplanbarkeit umzugehen: klein anfangen, immer wieder messen, das Gute ausbauen, den Rest beenden — begleitet, mit Leitplanken, ohne Drama. Weniger glänzend auf Folie neun. Deutlich billiger in der Realität.

Aller Anfang ist schwer

Danach: Anfangen. Klein. Mit einem Anwendungsfall, einer Gruppe, einem klar messbaren Ziel. Beobachten, was passiert. Anpassen. Dann erst ausrollen — und sofort den nächsten Versuch beginnen. Das ist keine Strategie im McKinsey-Sinn. Aber es ist pragmatisch, es ist bezahlbar — und es funktioniert.

Wenn du weisst, wo du anfangen willst — oder wenn du es noch nicht weisst und ein Gegenüber suchst, das mithilft: Du weisst, wie du mich erreichst.

Quellen & Hintergrund zum Weiterlesen

Erkundung ist nur produktiv mit Grenzen, Budget und Portfolio-Steuerung, und das Bewährte muss parallel weiterlaufen (Ambidextrie). «Chaos» meint also gerahmtes Ausprobieren, nicht Kontrollverlust.

Microsoft Work Trend Index 2026 · Gartner Hype Cycle for Artificial Intelligence, 2025 · DSG (Bundesgesetz über den Datenschutz), in Kraft seit 1. September 2023 · Eigene Feldbeobachtung, Beratungsmandate im Q1/Q2 2026.

MIT NANDA, «The GenAI Divide: State of AI in Business 2025» — rund 95 % der Unternehmen ohne messbare Wirkung; Ursache ist nicht die Modellqualität, sondern die fehlende Lernschlaufe zwischen Werkzeug und Organisation.

BCG, «The Widening AI Value Gap» (2025) — im Schnitt werden 46 % der Versuche vor der Produktion verworfen; Verwerfen ist der Normalfall.

McKinsey, «The State of AI» (2025) — Faustregel 10-20-70: 70 % des Aufwands entfallen auf Menschen, Prozesse und Kultur, nur 10 % auf das Modell.

Snowden & Boone, «A Leader's Framework for Decision Making» (HBR 2007) — Cynefin — im komplexen Umfeld hilft nur: kleine Versuche wagen, die gefahrlos scheitern dürfen.

March, «Exploration and Exploitation in Organizational Learning» (Organization Science, 1991) — Unternehmen müssen Erkunden (Neues) und Verwerten (Bewährtes) zugleich austarieren; reines Erkunden ist ebenso ein Fehlermuster wie reines Verwerten.

Mintzberg & Waters, «Of Strategies, Deliberate and Emergent» (SMJ 1985) — geplante Strategie richtet den Blick auf Umsetzung statt auf Anpassung und verhindert Lernen; bei Unsicherheit braucht es emergente Strategie.

Baghai, Coley & White, McKinsey «Three Horizons of Growth» (1999/2009) — ein Portfolio führt Bewährtes, Wachstum und Wetten gleichzeitig und teilt Mittel bewusst zu.

Edmondson, «Psychological Safety and Learning Behavior in Work Teams» (1999) — Teams, in denen man Fehler offen zugeben darf, lernen und innovieren mehr; Grundlage für «Raum zum Ausprobieren».

Brynjolfsson, Rock & Syverson, «The Productivity J-Curve» (NBER w25148, 2021) — neue Basistechnologien senken die gemessene Produktivität zuerst und heben sie erst nach den ergänzenden Investitionen: die Delle vor dem Aufschwung.

Paul A. David, «The Dynamo and the Computer» (1990) — die Dynamo-Geschichte; Produktivitätsgewinn erst nach der Reorganisation der Werkstatt.

Rolf Dobelli, Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen, Carl Hanser Verlag, München 2011, ISBN 978-3-446-42682-5. E-Book: DOI 10.3139/9783446430402.

Alex Schwerzmann 26. August 2026
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